Über mich

Hi,

ich bin Michael und 38 Jahre alt.

Seit über 10 Jahren lebe ich in Köln, der Hauptstadt der Schwulen (die Berliner hier würden vermutlich widersprechen) und habe hier so einige Erfahrungen mit dem Lifestyle von Homosexuellen machen können. Ich habe versucht hier Anschluss zu finden, habe gedatet wie ein Wahnsinniger und doch sind irgendwie kaum Freundschaften entstanden.
Einen festen Freund habe ich schon gar nicht finden können.

Auch vor der Corona-Pandemie war Einsamkeit gerade für uns Schwule ein großes Problem. Jetzt ist es noch offensichtlicher geworden, dass wir es deutlich schwerer haben Gleichgesinnte zu finden oder gar einen Partner, mit dem wir unser Leben teilen können.

Es gibt so viele tolle Menschen da draußen, die für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung von LGBTIQ-Rechten in Gesellschaft und Politik kämpfen. Also für Sichtbarkeit und Anerkennung nach außen. Und das ist auch gut so.

Ich hingegen möchte für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung nach innen kämpfen. So dass jeder schwule Mensch und auch alle, die sich für das Thema interessieren, verstehen, warum wir so sind wie wir sind und warum wir mit den Problemen zu kämpfen haben, die scheinbar vor allem auf uns zutreffen. Allein durch dieses Verständnis wird sich viel in unserem Inneren verändern und als Konsequenz auch im Äußeren.

Mit diesem Blog teile ich meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse. Ich möchte vor allem aus der Perspektive eines schwulen Mannes Probleme aufzeigen, die vor allem für uns typisch sind. Als Coach  zeige ich dann, welche psychologischen Ursachen sich dahinter verbergen und versuche auch Ansätze zu teilen, wie diese Probleme gelöst werden können. Mein Fokus liegt dabei vor allem auf Coming-out-Themen.

Im Nachhinein betrachtet war mein Problem vor allem, dass ich einfach immer so weiter gemacht habe, ohne genauer hinzuschauen, warum ich Probleme hatte und warum sie sich immer wiederholten. Ich hatte gehofft, dass diese sich schon irgendwann von selbst lösen werden.

Das hat sich letztes Jahr dann komplett geändert. Während der Lockdown uns alle noch weiter voneinander entfernt hat, habe ich versucht wenigstens meinen Körper in Form zu halten und habe in den Home-Office-Mittagspausen ordentlich Kilometer mit meinem Fahrrad zurückgelegt. Das tat mir auch sehr gut bis ich Anfang Juni 2020 durch eine Verkettung unglücklicher Umstände (ist wirklich so) bei hoher Geschwindigkeit mein Fahrrad über den Lenker verlassen habe. Kann ich an dieser Stelle übrigens nicht empfehlen.

Wie durch ein Wunder bin ich nicht auf meinem ungeschützten Kopf gelandet (eine letzte Warnung des Universums?) sondern “nur” auf meinem linken Ellenbogen. Den hat es dafür samt Unterarm bis zum Handgelenk vollständig zerlegt. Es folgten 2,5 Wochen Krankenhaus, mittlerweile 3 Operationen, eine Reha und bis heute Ergo- und Physiotherapie, um den Schaden wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen. Wirklich ganz funktionieren wird der Arm nie wieder. Es bleiben eine ganze Menge Narben zurück. Aber immerhin hab ich sehr großes Glück gehabt, dass ich überhaupt noch da bin.

Diese schwere Verletzung brachte dann auch eine ganze Menge Zeit mit sich, die ich nicht in meinem Job verbringen konnte (als Entwickler ist es schwer mit nur einer Hand zu arbeiten). Rausgehen konnte ich nicht, also habe ich die Zeit genutzt, um mich mal mit mir selbst auseinander zu setzen.
Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung haben mich schon immer interessiert, aber nun hatte ich auch mal wirklich ausgiebig Zeit und gute Gründe, das Ganze auf mich selbst anzuwenden. So beleuchtete ich mein eigenes Leben und mein Vorgehen in Sachen sozialer Kontakte und probierte viele verschiedene Methoden an mir selbst aus, um zu wachsen. Das war zugegebenermaßen gar nicht so einfach mit einem demolierten Arm, für den es ungewiss war, ob und in welcher Weise er überhaupt wieder funktionieren würde.

Was mir dann jedoch immer klarer wurde waren die Gründe, warum ich so bin wie ich bin. Vor allem aber, warum mein Leben nicht so funktioniert wie ich es mir vorstellte. Die psychologischen Hintergründe zu erforschen war extrem spannend. Ich hatte eine ganze Menge Aha-Momente und allein das Wissen, warum ich so bin wie ich bin und wo das eigentlich herkommt, brachte schon eine ganze Menge Erleichterung mit sich.

Mittlerweile habe ich mich extrem weiterentwickelt. Meine Reise ist jedoch noch nicht zu Ende, denn wenn ich alles richtig mache, wird sie nie zu Ende sein. Es gibt immer Potenzial für Weiterentwicklung. In jedem Fall habe ich nun aber gelernt, wie ich glücklich sein kann und warum ich es vorher nicht war.

Ich glaube, dass gerade schwule Menschen ein viel größeres Problem haben glücklich zu sein als andere. Das liegt vor allem an der Gesellschaft in der wir leben. Wir können uns teilweise immer noch nicht so zeigen, wie wir sind. Der Gesellschaft die Schuld zu geben und zu sagen “Kann ich halt nix machen” ist aber nicht der richtige Weg. Der Schlüssel liegt in uns selbst. Wenn wir lernen mit uns selbst gut umzugehen, dann werden wir auch aus einer viel stärkeren Basis nach außen zeigen können wer wir sind. Und dann wird sich die Gesellschaft um uns herum auch verändern und weiter entwickeln.

Ich würde mich freuen, wenn ich dir mit meinen Artikeln helfen kann. Schreib mir gerne, wenn du Feedback hast, einen Vorschlag für ein Thema oder einfach nur ein Anliegen, welches du gerne an mich herantragen möchtest an info@michaelkensy.net. Gerne kannst du mir auch bei Instagram folgen, um keine Beiträge zu verpassen.

Du kannst natürlich  auch gerne einfach Kommentare unter die jeweiligen Artikel schreiben.

Ich freu mich drauf!

Liebe Grüße
Michael